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erschienen in Das Magazin, 8/2003

Nackte Dackel sind bunte Hunde

Das "kollektiv_nina_machts" macht's in Erfurt

"Mein Dackel hat mich nackt geseh'n", jammert Klaus (Alexander Platz) zur Gitarre im Theaterstück "Tanko Laulu". Wer sollte ihn sonst nackt sehen, er kennt ja niemanden. Das bleibt auch so, obwohl mehrere Mitbewohner einen gemeinsamen Orgasmus und einen finnischen Schlusssong erleben. So extravagant und durchgeknallt geht es immer zu, wenn das "kollektiv_nina_machts" antritt. Zwei Leute - ein Kollektiv: Poul Weygel, Erfurter Szene-Hipster mit chicem Pseudonym, und der vollbärtige Lyriker Platz trafen sich im Jahr 1999. Weygel erinnert sich: "Unsere Wohnung war nicht heizbar und wir hatten keine Freunde. Herr Platz schenkte mir seinen Gedichtband und schrieb vorn rein: Bringes wir`s heraus! Und dann haben wir es herausgebracht." Seitdem verunsichern beide mit wechselnder
Verstärkung Thüringens Landeshauptstadt. Alexander Platz erklärt, wie das funktioniert: "Wir verbinden erotische Phantasien mit zügelloser Selbstüberhöhung und Klassenkampf." Immerhin, es hätte auch weniger sein können. Der neue Streich heißt "Jesus wird rasiert" und ereilt Erfurt im Herbst. Ob Alexander Platz da als Darsteller seinen Vollbart fallen lässt? Das Kollektiv lacht und verrät absolut nichts.

 

* Tanko Laulu

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